Kurz zusammengefasst
- Wespen und Hornissen sind wichtige Nützlinge.
- Die meisten Arten sind friedlich und interessieren sich nicht für unser Essen.
- Nester werden nur einen Sommer lang bewohnt.
- Eine Entfernung ist nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig.
- Der Imkerverein entfernt keine Wespen- oder Hornissennester.
Kaum ein anderes Insekt genießt einen so schlechten Ruf wie die Wespe. Dabei erfüllen Wespen und Hornissen eine wichtige Aufgabe in unserem Ökosystem. Sie erbeuten große Mengen anderer Insekten und tragen so auf natürliche Weise zur Regulierung vieler Insektenarten bei. Auch als Bestäuber spielen sie – wenn auch in geringerem Umfang als Honigbienen oder Wildbienen – eine Rolle.
Von den in Deutschland vorkommenden Wespenarten interessieren sich nur die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) regelmäßig für menschliche Lebensmittel. Die meisten anderen Wespenarten leben unauffällig und werden von vielen Menschen kaum bemerkt.
Auch die Europäische Hornisse (Vespa crabro) ist eine heimische und besonders geschützte Art. Entgegen vieler Vorurteile ist sie außerhalb der unmittelbaren Nestverteidigung ausgesprochen friedlich und meidet den Kontakt zum Menschen.
Der Jahreszyklus eines Wespen- oder Hornissenvolkes
Ein Wespen- oder Hornissenvolk besteht nur für einen Sommer. Im Frühjahr, meist zwischen April und Mai, beginnt eine überwinterte Jungkönigin mit dem Bau eines neuen Nestes. Zunächst zieht sie ihre ersten Arbeiterinnen allein auf. Sobald diese geschlüpft sind, übernehmen sie den weiteren Ausbau des Nestes und die Versorgung der Brut.
Während der Sommermonate wächst das Volk kontinuierlich an und erreicht je nach Art mehrere hundert bis einige tausend Tiere. Hornissenvölker bleiben mit meist einigen hundert Individuen deutlich kleiner.
Im Spätsommer werden neue Königinnen und Drohnen aufgezogen. Nach der Paarung suchen sich die jungen Königinnen ein geschütztes Winterquartier. Mit den ersten stärkeren Frösten stirbt das übrige Volk einschließlich der alten Königin ab.
Das Nest wird im folgenden Jahr nicht erneut besiedelt.
Wo bauen Wespen und Hornissen ihre Nester?
Je nach Art werden Nester an ganz unterschiedlichen Orten errichtet. Häufige Nistplätze sind:
- Dachböden
- Rolladenkästen
- Gartenhäuser und Schuppen
- Hohlräume in Fassaden
- Baumhöhlen
- Vogelnistkästen
- Erdlöcher (insbesondere bei einigen Wespenarten)
Hornissen bevorzugen natürliche Baumhöhlen oder größere geschützte Hohlräume. Wespen nutzen häufig auch Gebäude und andere vom Menschen geschaffene Hohlräume.
Richtiges Verhalten
Ein Nest in der Nähe des Hauses bedeutet nicht automatisch eine Gefahr. Beachten Sie einige einfache Verhaltensregeln:
- Bewahren Sie Ruhe.
- Halten Sie möglichst Abstand zum Nest.
- Vermeiden Sie heftige Erschütterungen im unmittelbaren Nestbereich.
- Schlagen Sie nicht nach den Tieren.
- Pusten Sie Wespen oder Hornissen nicht an. Das ausgeatmete Kohlendioxid wird als Warnsignal wahrgenommen und kann Abwehrverhalten auslösen.
- Decken Sie Speisen und Getränke im Freien möglichst ab.
- Lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt in unmittelbarer Nestnähe spielen.
Hornissen fliegen in der Regel nicht an gedeckte Kaffeetafeln oder Grillfeste. Sie ernähren sich überwiegend von anderen Insekten.
Wann sollte ein Nest entfernt oder umgesiedelt werden?
In den meisten Fällen können Wespen- und Hornissennester bis zum natürlichen Ende des Volkes im Herbst problemlos am Standort verbleiben.
Eine Umsiedlung oder Entfernung kommt nur dann in Betracht, wenn eine konkrete Gefährdung von Menschen besteht, beispielsweise:
- unmittelbar an häufig genutzten Haus- oder Ladeneingängen,
- in Kindergärten oder Schulen,
- bei nachgewiesenen Insektengiftallergien,
- wenn der notwendige Sicherheitsabstand dauerhaft nicht eingehalten werden kann.
Da Wespen und Hornissen durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind, darf ein Nest nicht eigenmächtig zerstört oder entfernt werden.
Über das weitere Vorgehen informiert die zuständige Untere Naturschutzbehörde (z.B. Weiden i.d.OPf. oder Neustadt/Wn.) Die Beurteilung und gegebenenfalls notwendige Umsiedlung erfolgt durch hierfür qualifizierte Fachberater oder Fachbetriebe.
Der Imkerverein hilft gerne weiter
Der Imkerverein Weiden und Umgebung e.V. führt selbst keine Umsiedlungen oder Entfernungen von Wespen- und Hornissennestern durch.
Gerne geben wir allgemeine Informationen und vermitteln auf Anfrage den Kontakt zu qualifizierten Ansprechpartnern oder zur zuständigen Naturschutzbehörde.
Europäische Hornisse und Asiatische Hornisse
Immer häufiger wird die heimische Europäische Hornisse mit der invasiven Asiatischen Hornisse verwechselt.
Während die Europäische Hornisse (Vespa crabro) eine geschützte heimische Art ist, handelt es sich bei der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) um eine invasive Art, deren Ausbreitung beobachtet wird.
Informationen zur sicheren Unterscheidung beider Arten sowie Hinweise zur Meldung von Sichtungen der Asiatischen Hornisse finden Sie auf unserer gesonderten Informationsseite.
Bildquelle: Fir0002/Flagstaffotos, CC BY-NC, European_wasp_white_bg.jpg
